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Heizkörper-Leistungsrechner

Heizlast und Heizkörpergröße für jeden Raum berechnen — Wand-, Fenster-, Dach- und Lüftungsverluste mit grafischer Verlustaufteilung.

3880
Heizlast gesamt (W)
194.0
Heizlast/m² (W/m²)
2984
Heizkörper-Norm (W)
20.0
Bodenfläche (m²)
Wände
1718 W
Fenster
274 W
Dach
544 W
Boden
476 W
Lüftung
867 W
Raumwärmeverlust
3880 W22°C innen / -12°C außenWände: 44%Fenster: 7%Dach: 14%Boden: 12%Lüftung: 22%

Heizlastberechnung — Grundlage für exakte Heizkörperdimensionierung

Die Heizlast eines Raumes beschreibt die maximale Heizleistung in Watt, die bei der kältesten dimensionierenden Außentemperatur des Standorts benötigt wird, um die gewünschte Raumtemperatur zu halten. Eine zu kleine Berechnungsbasis führt zu unterdimensionierten Heizkörpern — kalte Räume, unzufriedene Bewohner. Eine zu große Auslegung verursacht unnötige Investitionskosten und ineffizienten Betrieb.

Die normgerechte Berechnung nach DIN EN 12831 berücksichtigt Transmissionswärmeverluste (durch Wände, Dach, Boden, Fenster und Türen), Lüftungswärmeverluste und ggf. Aufheizzuschläge nach Nachtabsenkung. Unser Rechner deckt die wesentlichen Parameter ab und gibt eine fundierte Planungsgrundlage.

QL = Σ(Uᵢ × Aᵢ × ΔT) + Qlüft Heizlast QL [W] | Uᵢ = U-Wert Bauteil i [W/(m²K)] | Aᵢ = Fläche [m²] | ΔT = Innen − Außen (Norm) [K] | Qlüft = Lüftungswärmeverlust [W]
Qlüft = 0,34 × V̇ × ΔT Lüftungs-Heizlast [W] | 0,34 = Wärmekapazität Luft [Wh/(m³K)] | V̇ = Luftwechselrate [m³/h] | ΔT = Temperaturdifferenz [K]
💡
Praxis-Tipp: Bei Wärmepumpeninstallation immer die Heizkörper auf niedrige Vorlauftemperaturen (35–45°C) prüfen. Ein für 75/65/20°C ausgelegter Heizkörper liefert bei 45/35/20°C nur noch ca. 40–50 % seiner Normleistung. Entweder müssen größere Heizkörper eingebaut oder die Heizfläche auf Flächenheizung (Fußboden, Wand) umgestellt werden.

Heizlastwerte verschiedener Gebäudetypen

🏚️

Altbau vor 1978

Vor der 1. Wärmeschutzverordnung: Vollziegelmauerwerk ohne Dämmung, Einfachverglasung, undichte Fenster. Heizlast: 100–180 W/m² Wohnfläche. Sanierungspotenzial enorm — WDVS + 3-Scheiben-Verglasung halbiert die Heizlast.

🏠

Sanierter Altbau / 90er-Neubau

Gedämmte Außenwände, Isolierverglasung (U_G ≈ 1,1 W/(m²K)), kontrollierte Lüftung oder Fensterlüftung. Heizlast: 50–90 W/m². Typisch für Gebäude nach WSchV 1995 / EnEV 2002.

🏢

GEG-Neubau ab 2020

Außenwand U ≤ 0,28 W/(m²K), Dreifachverglasung U_G ≤ 0,6 W/(m²K), KWL mit Wärmerückgewinnung. Heizlast: 25–45 W/m². Wärmepumpe mit Fußbodenheizung ist wirtschaftlich optimal.

🏅

Passivhaus / KfW 40

Extrem gut gedämmte Hülle (U_Wand ≤ 0,15), dreifache Wärmeschutzverglasung, KWL mit 80–95 % WRG. Heizlast: unter 10 W/m². Heizkörper kaum nötig — Warmlufttemperierung über KWL-Nachheizregister.

Norm-Außentemperaturen für die Heizlastberechnung

Stadt / Region Norm-Außentemperatur ΔT zu 20°C Innen
Hamburg, Bremen−12°C32 K
Berlin, Leipzig−14°C34 K
Köln, Düsseldorf−10°C30 K
Frankfurt, Stuttgart−12°C32 K
München−14°C34 K
Alpensüdhang (Tirol, Vorarlberg)−16°C36 K
Wien−13°C33 K

Heizkörperleistung — Normwert und Korrektur bei Wärmepumpe

Alle Heizkörperleistungen in Katalogen und Datenblättern sind auf die Normtemperaturen 75/65/20°C (Vorlauf/Rücklauf/Raumluft) bezogen. Wärmepumpen arbeiten wirtschaftlich nur bei niedrigen Vorlauftemperaturen (35–55°C). Die Leistungskorrektur erfolgt nach dem Exponenten n:

Q_ist = Q_norm × (ΔT_m_ist / ΔT_m_norm)^n ΔT_m = mittlere logarithmische Temperaturdifferenz | n ≈ 1,3 für Plattenheizkörper, 1,4 für Gliederheizkörper
Betriebstemperatur (VL/RL/Raum) ΔT_m [K] Leistungs-Faktor (Plattenheiz.)
75/65/20°C (Norm)50 K1,00 (= 100 %)
70/55/20°C (alter Gaskessel)42,5 K0,81 (81 %)
55/45/20°C (moderne Brennwerth.)27,5 K0,48 (48 %)
45/35/20°C (Wärmepumpe Standard)20 K0,32 (32 %)
40/30/20°C (Wärmepumpe optimal)15 K0,22 (22 %)
⚠️
Wichtig bei Wärmepumpenheizung: Bei 45/35/20°C liefern Norm-Heizkörper nur noch ca. 32 % ihrer Nennleistung. Ein Heizkörper, der für einen Altbau-Raum (z. B. 1.000 W bei 75°C) ausgelegt ist, muss bei Wärmepumpe auf ca. 3.000–3.500 W Nennleistung aufgestokt werden — oder eine Flächenheizung (FBH, Wandheizung) ist wirtschaftlicher und effizienter.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Die normengerechte Heizlastberechnung nach DIN EN 12831 verwendet die standortspezifische Norm-Außentemperatur. Für Deutschland typisch: Hamburg −12°C, Berlin −14°C, München −14°C, Köln −10°C. Diese Werte finden sich in der TRY-Klimadatensammlung des DWD oder im Normenblatt DIN EN 12831-1 Anhang A. Eine konservative Planung für unbekannte Standorte nutzt −15°C als Ausgangswert.

Heizkörper geben Wärme durch Konvektion und Strahlung ab. Beide Mechanismen hängen von der Temperaturdifferenz zwischen Heizfläche und Raumluft ab. Je näher die Vorlauftemperatur an der Raumtemperatur liegt, desto kleiner ist diese Differenz und desto weniger Wärme wird übertragen. Der Zusammenhang ist nicht linear, sondern folgt einer Potenzfunktion mit Exponent n ≈ 1,3 — eine halbierte Temperaturdifferenz ergibt weniger als halbe Leistung.

Der hydraulische Abgleich ist bei jeder Heizungsmodernisierung Pflicht und seit 2024 im GEG verschärft vorgeschrieben. Ohne Abgleich fließt zu viel Heizwasser in nahe Heizkörper (überheizt), zu wenig in entfernte (kalt). Folge: Energieverschwendung, Geräuschentwicklung, ungleichmäßige Wärmeverteilung. Verfahren A (vereinfacht) oder Verfahren B (exakt nach DIN EN 12831) — Kosten: 300–800 € für ein Einfamilienhaus, Amortisation durch Energieeinsparung in 1–3 Jahren.

Plattenheizkörper (Typ 22/33): Standard im Wohnbereich, gutes Preis/Leistungs-Verhältnis, schnelle Reaktionszeit. Badheizkörper/Handtuchheizkörper: Heizung + Handtuchtrocknung, vertikal. Niedertemperaturheizkörper: Speziell für Wärmepumpen ausgelegt (breiter Querschnitt, mehr Fläche). Fußbodenheizung: Beste Lösung für Wärmepumpen (Vorlauf 30–40°C), sehr gleichmäßige Wärmeverteilung, unsichtbar — ideal im Neubau oder bei vollständiger Renovierung.

Lüftungswärmeverluste entstehen durch Infiltration (undichte Gebäudehülle) und bewussten Luftaustausch. Faustformel: Qlüft = 0,34 × n × V × ΔT. Bei einem Wohnzimmer 25 m² × 2,5 m = 62,5 m³ mit n = 0,5 h⁻¹ Luftwechsel und ΔT = 32 K: Q = 0,34 × 0,5 × 62,5 × 32 = 340 W — das können 20–40 % der Gesamt-Heizlast ausmachen. Kontrollierte Wohnraumlüftung (KWL) mit Wärmerückgewinnung senkt n auf effektiv 0,1 h⁻¹ und spart 80 % dieser Verluste.

Die klassische Fensterunterlagerung hat ihren Grund: Die nach unten sinkende Kaltluft am Fenster wird durch den Heizkörper zirkuliert und erwärmt — das verhindert Kaltluftabfall und Zugluftempfindungen. Mit modernen Dreifachverglasungen (U_G ≤ 0,6 W/(m²K)) ist der Effekt gering. Heizkörper können dann auch an Innenwänden platziert werden — besonders bei Flächenheizungen oder Niedertemperaturkonzepten, wo die Vorlauftemperaturen zu niedrig für spürbare Strahlungswärme sind.

Keller und Dachboden haben besondere Berechnungsparameter. Für erdberührende Bauteile (Kellerwände, Bodenplatte) gilt: Die effektive Außentemperatur ist nicht die Norm-Außentemperatur, sondern eine erdreichgemittelte Temperatur (ca. 0–5°C im Winter). U-Werte für Erdreich nach DIN EN ISO 13370. Für unbeheizte Dachböden: Der Temperaturdifferenzfaktor bx = 0,6–0,8 reduziert den Wärmeverlust durch Geschossdecke. Unser Rechner verwendet standardmäßig vereinfachte Temperaturfaktoren.

Moderne Brennwertkessel sind nur dann im Brennwertbetrieb (Kondensation), wenn die Rücklauftemperatur unter ca. 55°C bleibt (abhängig von Gasart). Optimale Vorlauftemperatur für maximale Effizienz: 55–65°C Vorlauf, 45–55°C Rücklauf. Niedrigere Vorlauftemperaturen (40–50°C) sind effizienter, erfordern aber ausreichend dimensionierte Heizkörper. Witterungsgeführte Regelung (Heizkurve) passt die Vorlauftemperatur automatisch an die Außentemperatur an und ist Pflichtstandard bei Neuinstallationen.

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