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Photovoltaik-Amortisationsrechner

Jahresertrag, Wirtschaftlichkeit und CO₂-Bilanz Ihrer PV-Anlage — mit monatlicher Ertragsverteilung und Amortisationsanalyse.

10989
Jahresertrag (kWh)
1620
Jährlicher Erlös (€)
14.000
Investition gesamt (€)
8.6
Amortisation (Jahre)
4407
CO₂-Einsparung/Jahr (kg)
76
Dachfläche benötigt (m²)
Monatliche Ertragsverteilung
Jan455Feb585Mrz910Apr1170Mai1431Jun1431Jul1365Aug1235Sep910Okt650Nov455Dez39010 kWpJahresertrag: 10989 kWhErlös: 1620 €/Jahr | Amortisation: 8.6 aCO₂-Einsparung: 4.41 t/Jahr

Photovoltaik — Ertragsberechnung und Wirtschaftlichkeit

Eine Photovoltaikanlage wandelt Sonnenstrahlung direkt in elektrische Energie um. Der erzeugte Strom kann selbst verbraucht, in einem Speicher gepuffert oder ins öffentliche Netz eingespeist werden. Die Wirtschaftlichkeit hängt vom Standort, der Dachausrichtung, dem Neigungswinkel, der installierten Peak-Leistung (kWp) und vom Verhältnis Eigenverbrauch zu Einspeisung ab.

Entscheidend ist die spezifische Jahreseinstrahlungsmenge am Standort, gemessen in kWh/m²/Jahr oder aggregiert als Volllaststunden. Kombiniert mit dem Systemwirkungsgrad ergibt sich daraus der erwartete Jahresertrag der Anlage.

E_Jahr = P_peak × H_spez × η_sys Jahresertrag E_Jahr [kWh] | P_peak = Nennleistung [kWp] | H_spez = spez. Jahresertrag [kWh/kWp] | η_sys = Systemwirkungsgrad [0,75–0,87]
T_amort = Investition / (E_Jahr × (Strompreis × f_EV + Einspeisevergütung × (1−f_EV))) Amortisationszeit [Jahre] | f_EV = Eigenverbrauchsanteil (0–1) | Degression ca. 0,5 %/Jahr
💡
Praxis-Tipp: Selbst verbrauchter Solarstrom erspart den vollen Strombezugspreis (25–35 ct/kWh), eingespeister Strom bringt nur die EEG-Vergütung (8–13 ct/kWh). Der Eigenverbrauch ist daher 2–4× wertvoller als die Einspeisung. Optimieren Sie die Anlage auf maximalen Eigenverbrauch — elektrisches Warmwasser, Wärmepumpe und E-Mobilität sind ideale Verbraucher.

Ertragserwartungen nach Standort und Ausrichtung

🌤️

Norddeutschland

Hamburg, Bremen, Schleswig-Holstein: 900–970 kWh/kWp/Jahr. Mehr Diffusstrahlung, weniger Direktsonne. Gute Gesamtergebnisse dank langer Sommertage.

Mitteldeutschland

NRW, Hessen, Sachsen: 980–1.060 kWh/kWp/Jahr. Ausgeglichenes Klima mit guten Sommermonaten. Standardwert für bundesweite Planungen.

☀️

Süddeutschland / Österreich

Bayern, Baden-Württemberg, Tirol: 1.050–1.200 kWh/kWp/Jahr. Beste Ertragsregion im deutschsprachigen Raum — rund 20 % mehr als Norddeutschland.

🏔️

Hochgebirge / Schweiz

Alpine Lagen ab 1.000 m: 1.200–1.400 kWh/kWp/Jahr. Weniger Atmosphärentrübung, Schneereflektion (Albedo-Boost) im Winter, sauberere Luft.

Einfluss von Ausrichtung und Neigungswinkel

Ausrichtung Neigung Relativer Ertrag Besonderheit
Süd30–35°100 % (Optimum)Maximaler Jahresertrag
Süd15°95 %Flachdach-typisch, weniger Winterertrag
Süd60°90 %Steilere Dächer, mehr Winterertrag
Südost / Südwest30°95–97 %Kaum Verlust, günstigere Tagesverteilung
Ost–West (zweiteilig)15°80–85 %Gleichmäßige Erzeugung, Eigenverbrauchs-Plus
Ost oder West30°75–80 %Morgend- oder abendlastig
Nord30°55–65 %Selten wirtschaftlich ohne Förderung

Systemwirkungsgrad und Verlustquellen

Der Systemwirkungsgrad η_sys liegt typisch zwischen 75–87 % — er beschreibt, wie viel der Solarstrahlung letztendlich als Netzstrom zur Verfügung steht. Folgende Verlustquellen spielen eine Rolle:

Verlustquelle Typischer Verlust Maßnahme
Modul-Temperaturkoeffizient3–8 %Hinterlüftung, gute Wärmeabfuhr
Wechselrichter-Wirkungsgrad2–5 %Hochwertiger WR mit > 97 % η_euro
Verschmutzung / Beschattung2–10 %Reinigung 1–2×/Jahr, Optimizer/Microinverter
Leitungsverluste DC+AC1–3 %Richtige Kabelquerschnitte, kurze Wege
Mismatch (Moduldifferenzen)1–3 %Gleiche Modultypen, Strangoptimierung
Degradation (Alterung)0,3–0,7 %/JahrQualitätsmodule mit 25-J-Leistungsgarantie

Wirtschaftlichkeit: Eigenverbrauch vs. Einspeisung

ℹ️
EEG-Vergütung 2024 (Deutschland): Anlagen bis 10 kWp erhalten ca. 8,2 ct/kWh (Teileinspeisung) bzw. 13,0 ct/kWh (Volleinspeisung). Zum Vergleich: der durchschnittliche Haushaltsstrompreis beträgt ca. 28–32 ct/kWh — selbst verbrauchter Solarstrom ist rund 3–4× so wertvoll wie eingespeister. Die EEG-Vergütung wird halbjährlich fortgeschrieben und gilt 20 Jahre ab Inbetriebnahme.

Speicher sinnvoll dimensionieren

  1. Jahresverbrauch analysieren Ermitteln Sie Ihren Jahresstromverbrauch (Durchschnitt Haushalt: 3.000–4.500 kWh/Jahr). Verbrauchsspitzen (Wärmepumpe, E-Auto, Poolpumpe) separat erfassen.
  2. Eigenverbrauch ohne Speicher schätzen Typisch 25–35 % der erzeugten Energie werden ohne Speicher direkt selbst verbraucht — je nach Haushaltsprofil (tagsüber anwesend: bis 40 %, Berufstätige: 20 %).
  3. Speicherkapazität wählen Faustregel: 0,8–1,2 kWh Speicher pro kWp installierter Leistung. Zu große Speicher verlängern die Amortisation without proportionalen Ertragsvorteil. Optimum liegt bei ca. 60–70 % Eigenverbrauchsanteil.
  4. Batterie-Chemievergleich LiFePO₄ (Lithium-Eisenphosphat) hat heute die beste Zyklenfestigkeit (> 6.000 Vollzyklen bei 80 % DoD) und ist thermisch stabil. NMC (Lithium-Nickel-Mangan-Cobalt) hat höhere Energiedichte, aber geringere Lebensdauer.
  5. Amortisation des Speichers separat berechnen Speicher kosten ca. 800–1.200 €/kWh. Amortisation typisch 10–15 Jahre. Kombiniert mit Anlage ergibt sich eine Gesamt-Amortisation von 8–13 Jahren (2024, ohne Förderung).

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Schlüsselfertige Dachanlagen kosten 2024 je nach Größe und Hersteller ca. 1.000–1.500 €/kWp (Anlage ohne Speicher). Kleinere Anlagen bis 6 kWp liegen eher bei 1.200–1.600 €/kWp, große Anlagen ab 20 kWp oft unter 1.000 €/kWp durch Skaleneffekte. Ein Heimspeicher (LiFePO₄, 10 kWh) kostet zusätzlich ca. 8.000–12.000 €. Gewerbe-Freiflächenanlagen ab 200 kWp liegen bei 600–800 €/kWp.

Moderne Standardmodule (M10-Zellen, 400–440 Wp) haben einen Wirkungsgrad von ca. 21–22 % und benötigen deshalb ca. 4,5–5,0 m² pro kWp. Eine 10-kWp-Anlage braucht damit ca. 45–50 m² Modulfläche. Rechnen Sie für die Installationsfläche am Dach ca. 15–20 % mehr für Randabstände und Hindernisse ein — also ca. 55–65 m² Dachfläche für 10 kWp.

Gewerbliche und industrielle PV-Anlagen sind besonders wirtschaftlich, weil tagsüber eine hohe Grundlast vorhanden ist (Maschinen, Kühlung, Beleuchtung, Druckluft). Eigenverbrauchsanteile von 70–90 % sind erreichbar. Der Gewerbestrompreis (oft 15–25 ct/kWh) ist zwar günstiger als Haushaltsstrom, aber Vermeidung von Netzentgelten und Umlagen macht die Wirtschaftlichkeit trotzdem exzellent. Amortisation 6–10 Jahre ist bei großen Anlagen (50–1.000 kWp) realistisch.

kWp (Kilowatt Peak) ist die Leistung der PV-Anlage unter Standardtestbedingungen (1.000 W/m² Strahlung, 25°C Modultemperatur, AM1.5-Spektrum). Es ist die Kapazitätsgröße der Anlage. kWh (Kilowattstunde) ist die erzeugte Energie über die Zeit. Eine 10-kWp-Anlage erzeugt je nach Standort ca. 9.000–12.000 kWh pro Jahr — also etwa das 2,5- bis 3-fache des typischen Haushaltsjahresverbrauchs.

Modern kristalline Siliziummodule degradieren typisch 0,3–0,5 % pro Jahr. Seriöse Hersteller bieten eine 25-Jahres-Leistungsgarantie, die nach 25 Jahren noch mind. 82 % der Nennleistung zusichert. Die reale Lebensdauer liegt oft bei 35–40 Jahren — die Anlage ist dann noch funktionsfähig, erzeugt aber ca. 12–18 % weniger als ursprünglich. Wechselrichter haben kürzere Lebenserwartungen (10–15 Jahre) und müssen in der Lebenszeitkalkulation als Erneuerungskosten eingeplant werden.

In Deutschland: 1) Antrag beim Netzbetreiber auf Netzanschluss (vor der Installation), 2) Installation durch Elektriker mit Zertifikat, 3) Anmeldung im Marktstammdatenregister (MaStR) der Bundesnetzagentur (Pflicht innerhalb 1 Monat), 4) Inbetriebsetzung durch Netzbetreiber, 5) Zählertausch (bidirektional) bei Einspeisung. Anlagen bis 800 VA (Balkonkraftwerk) sind seit 2024 vereinfacht zulassungsfähig — direkte Anmeldung im MaStR, kein Elektriker-Attest nötig.

Ja — in vielen Fällen sogar besser. Eine "Zero Export"-Anlage (keine Einspeisung, 100 % Eigenverbrauch) vermeidet alle bürokratischen Anforderungen, braucht keinen Einspeisezähler und profitiert voll von der Strompreiseinsparung. Bei hohem Eigenverbrauch (Gewerbe, Industrie) und einem Strompreis über 15 ct/kWh rentiert sich die Anlage auch ohne jede Förderung deutlich innerhalb von 8–12 Jahren. Besonders relevant in Ländern ohne attraktive Einspeisevergütung (z. B. Schweiz mit sehr niedrigen Vergütungen).

Die Herstellung eines kristallinen Solarmoduls verursacht ca. 30–50 g CO₂-Äquivalent pro kWh erzeugten Strom (über die gesamte Lebensdauer, sog. LCCO₂). Der deutsche Strommix (2024) emittiert ca. 380–420 g CO₂/kWh. Eine 10-kWp-Anlage mit 10.000 kWh Jahresertrag spart damit ca. 3,5–4,0 Tonnen CO₂ pro Jahr — die Produktionsemissionen sind nach ca. 1,0–1,5 Jahren amortisiert ("Energy Payback Time").

Energie- und Kostenoptimierung für Industrie und Gewerbe

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