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Blechgewicht-Rechner

Gewicht, Fläche und Materialkosten für Bleche berechnen — 9 Metalle, mit Verschnittfaktor und Schneidkosten in 3D-Visualisierung.

Baustahl S235/S3557.85 kg/dm³
Edelstahl 1.4301 (V2A)7.93 kg/dm³
Edelstahl 1.4404 (V4A)7.98 kg/dm³
Aluminium 5754 H222.67 kg/dm³
Aluminium 6061 T62.7 kg/dm³
Kupfer Cu-DHP8.96 kg/dm³
Messing CuZn378.44 kg/dm³
Titan Grade 24.51 kg/dm³
Zinn/Weißblech7.28 kg/dm³
47.100
Gewicht/Stück (kg)
47.10
Gesamtgewicht (kg)
2.0000
Fläche/Stück (m²)
56.52
Materialkosten (€)
80.00
Gesamtkosten (€)
40.00
Kosten/m² (€)
3D-Blech Visualisierung
2000 mm1000 mm3mmBaustahl S235/S355ρ = 7.85 kg/dm³47.100 kg/Stück2.0000 m² FlächeMaterial:56.52 €Gesamt (1×):80.00 €

Blechgewicht berechnen — Formel, Werkstoffe und Kosten im Überblick

Das Gewicht eines Blechteils bestimmt Transport-, Handhabungs- und Materialkosten sowie Tragfähigkeit und Schwingungsverhalten einer Konstruktion. Bereits bei einfachen Blechteilen summieren sich kleine Fehler in der Gewichtskalkulation über hohe Stückzahlen zu erheblichen Kostenfehlern. Der Blechgewichts-Rechner berücksichtigt Länge, Breite, Dicke, Materialart, Verschnittfaktor und Halbzeugpreis — und liefert sofort verwertbare Kennzahlen für Angebotskalkulation, Logistikplanung und Konstruktionsentscheidungen.

m = L × B × s × ρ Masse m [kg] | L = Länge [m] | B = Breite [m] | s = Dicke [m] | ρ = Dichte [kg/m³]
m_tatsächlich = m_netto × (1 + f_Verschnitt) Benötigte Rohmasse inkl. Verschnitt | f_Verschnitt = 0,05–0,40 je nach Geometrie und Nesting
💡
Praxis-Tipp: Bei der Angebotskalkulation niemals den Verschnittfaktor vergessen. Bei Zuschnittresten aus Standardformaten (z. B. 1.250 × 2.500 mm) und ausgefallenen Maßen kann der Verschnitt 30–50 % des Materialeinsatzes ausmachen — und ist damit ein versteckter Kostentreiber, der bei Festpreisangeboten zum Problem wird.

Dichten und Eigenschaften der wichtigsten Blechwerkstofffe

Werkstoff Dichte ρ [kg/m³] Rel. Gewicht (Stahl = 1) Typische Norm Korrosionsbeständigkeit
Baustahl S235/S3557.8501,00EN 10025 / EN 10131Mäßig (Lackierung nötig)
Verzinkter Stahl (Z140)7.8501,00EN 10346Gut (Zinkopfer)
Edelstahl 1.4301 V2A7.9301,01EN 10088 / EN 10029Sehr gut (passiv)
Edelstahl 1.4404 V4A7.9801,02EN 10088Ausgezeichnet (Chloride)
Aluminium 5754 H222.6700,34EN 485 / EN 573Gut (natürliche Oxidschicht)
Aluminium 6082 T62.7100,35EN 485Gut (anodisierbar)
Kupfer Cu-DHP8.9601,14EN 1172Ausgezeichnet (Patina)
Messing CuZn378.4401,08EN 1652Gut (goldfarben)
Titan Grad 24.5100,57EN 10204Ausgezeichnet (Meeresklima)

Standardblechdicken und Normen

🏗️

Kaltgewalzter Stahl

Norm EN 10131 (DC01–DC05). Dickenbereich: 0,4–3,0 mm. Oberfläche glatt, enge Toleranzen (±4–8 %). Standard für Presswerk, Tiefziehen, Feinblech.

🔩

Warmgewalzter Stahl

Norm EN 10029 (S235JR–S355). Dickenbereich: 3–150 mm. Oberflächenrauhigkeit höher, breitere Toleranzen. Kostengünstiger für Grobbleche ab 4 mm.

✈️

Aluminiumblech

Norm EN 485. Dickenbereich: 0,5–300 mm. Legierungen: 1xxx (rein), 3xxx (Mn), 5xxx (Mg, meeresbeständig), 6xxx (Si, aushärtbar). Biegung häufig längs Walzrichtung empfohlen.

Kupfer und Sonderwerkstoffe

Norm EN 1172 (Kupfer). Hohe Dichte, sehr gut leit-, kriech- und lötfähig. Titan: duktil, leicht, extrem korrosionsfest — besonders für Anwendungen in Chlorid- oder Meeresumgebungen.

Schneid- und Trennverfahren für Bleche — Vergleich

Verfahren Dickenbereich Schnittqualität Typische Kosten
Laserschneiden (CO₂ / Fiber)0,5–25 mm StahlSehr hoch (Ra 3–6 µm)1,50–5,00 €/m
Plasmaschneiden3–100 mm StahlMittel (Ra 20–50 µm)0,50–2,50 €/m
Wasserstrahlschneiden0,5–300 mm, alle WerkstoffeHoch, keine Wärmezone3,00–12,00 €/m
Stanzschneiden / Nibbling0,5–8 mm StahlMittel, Standze in SerieSehr günstig (Losgröße >50)
Sägen (Band- / Kreissäge)ab 10 mm, gerade SchnitteMittel bis gut0,20–1,00 €/m

Blech biegen — Biegezugabe und K-Faktor

Beim Biegen dehnt sich das Blech auf der Außenseite und staucht auf der Innenseite. Die neutrale Faser, die weder gedehnt noch gestaucht wird, liegt nicht mittig, sondern leicht zur Innenseite hin — beschrieben durch den K-Faktor (ca. 0,3–0,5).

BA = (π/180) × α × (r_i + K × s) Biegezugabe BA [mm] | α = Biegewinkel [°] | r_i = Innenradius [mm] | K = K-Faktor (0,33–0,50) | s = Blechdicke [mm]
⚠️
Minimalbiegeradius beachten: Jeder Werkstoff hat einen werkstoffabhängigen Mindest-Innenbiegeradius, unterhalb dessen Risse entstehen. Für Stahl DC01 quer zur Walzrichtung: r_i ≥ 0,5 × s; für Aluminium 5754 H22: r_i ≥ 1,0 × s; für Aluminium 6082 T6: r_i ≥ 2,0 × s. Immer Längsbiegen wenn möglich (Biegekante ⊥ zur Walzrichtung = geringster Mindestbiegeradius).

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Der Verschnittfaktor hängt von der Teilegeometrie und dem Schachtelungs-/Nesting-Ergebnis ab. Einfache Rechteckteile: 5–15 %. Runde oder komplexe Konturen: 20–40 %. Professionelle Nesting-Software (z. B. SigmaNEST, Lantek) minimiert den Verschnitt erheblich durch optimierte Anordnung. Als grober Planungswert gilt: 20 % Verschnittaufschlag für Standardgeometrien.

Aluminium spart ca. 65 % des Gewichts gegenüber Stahl bei ca. 35 % der Streckgrenze (Legierung 5754: 220 MPa vs. S355: 355 MPa). Bei gleicher Biegesteifigkeit ist Aluminiumblech jedoch nur ca. 45 % leichter als Stahl, weil dickerer Querschnitt nötig ist. Vorteile: keine Korrosionsschutzbehandlung, recyclebar, elektrolytisch trennfähig. Nachteile: ca. 3× höherer Materialpreis pro kg, schwieriger zu schweißen (MIG, keine Elektrode), geringere Wärmefestigkeit.

V2A (1.4301): Austenitischer Edelstahl mit 18 % Chrom und 8 % Nickel. Sehr gute Korrosionsbeständigkeit in Luft, Lebensmittelumgebungen und vielen Industriechemikalien. Nicht geeignet für Salzwasser oder chloridhaltige Umgebungen. V4A (1.4404 / 1.4571): Zusätzlich 2–3 % Molybdän, das Lochkorrosion durch Chloride verhindert. Pflichtmaterial für Meeresumgebungen, Schwimmbecken, Chemie mit HCl/Salzsole. Kostet ca. 15–25 % mehr als V2A.

Die meistgängigen Tafelblechformate: 1.000 × 2.000 mm (Euroformat, viele Stahlhändler), 1.250 × 2.500 mm (Standard für Laser/Plasma), 1.500 × 3.000 mm (Großformat). Bei Aluminium auch 1.000 × 2.000 und 1.500 × 3.000. Coilware (Bandmaterial) ist für Großserien günstiger und ab Breiten von 100–2.000 mm verfügbar. Beim Projekt-Einkauf immer Schachtelung in Standardformaten einplanen — Sonderformate kosten meist einen Aufpreis.

Kaltgewalztes Stahlblech nach EN 10131: Dickentoleranz ca. ±0,04–0,08 mm bei 1–2 mm Nenndicke (Toleranzklasse A). Warmgewalztes Blech nach EN 10029: ±0,2–0,6 mm je nach Dicke und Breite. In der Praxis wichtig: Stets die tatsächliche Istdicke für Gewichtskalkulation nutzen, nicht nur den Sollwert — bei dicken warmgewalzten Blechen kann die Istdicke bis zu 0,5 mm über den Nennwert liegen (Plustoleranz), was das Gewicht erhöht.

Titan ist ca. 20–50× teurer als Stahl und 6–10× teurer als Edelstahl. Der Einsatz lohnt sich bei: Meeresanlagen (Schiffsrümpfe, Offshore), chemischer Prozesstechnik (HCl-Beständigkeit), Medizintechnik (biokompatibel), Luft- und Raumfahrt (hohes Festigkeit-/Gewicht-Verhältnis). Titan Grad 2 hat eine Streckgrenze von 275 MPa bei nur 4.510 kg/m³ — bei temperaturkritischen Anwendungen bis 300°C ist es Edelstahl überlegen. Die hohen Rohmaterialkosten müssen durch lange Lebensdauer und wartungsfreien Betrieb wirtschaftlich gerechtfertigt werden.

Stahlblech S235/S355 (kaltgewalzt, 2024): ca. 0,80–1,20 €/kg im Lagerhandel, je nach Dicke und Abnahme. Warmgewalzt: ca. 0,70–1,00 €/kg. Edelstahl 1.4301: ca. 2,50–4,50 €/kg. Aluminium 5754: ca. 2,50–3,50 €/kg. Kupfer: ca. 8–12 €/kg (stark LME-abhängig). Titan Grad 2: ca. 30–60 €/kg. Preise variieren mit Chargengrößen, Handelsform (Coil/Tafel), Oberflächenzustand und Marktlage — aktuell immer aktuellen Stahlpreis anfragen.

Rissbildung tritt auf, wenn der Innenbiegeradius kleiner als der werkstoffabhängige Mindestbiegeradius ist. Die Dehnungsgrenze der Außenfaser wird überschritten. Hauptursachen: zu kleiner Stempelradius, zu kaltharte Legierung (z. B. 6xxx-Alu Härtezustand T6 statt T4), Verformung quer zur Walzrichtung. Orangenhauttextur (makroskopisches Fließen der Körner) ist ein Vorläufer. Abhilfe: größerer Biegeradius, Werkstoff im weicheren Zustand anliefern lassen, Längsbiegen oder Wärmebehandlung zwischen Umformschritten.

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